Geschichten

Mein Weg vom Konzern in den Wald

Wald

Ich habe viele Jahre im Projektmanagement eines großen Medizintechnikherstellers gearbeitet. Es lief. Es lief sogar sehr gut. Und trotzdem spürte ich irgendwann, dass ich dort nicht mehr ich selbst war. Von außen sah alles nach Erfolg aus, von innen war eine Tür zugegangen.

Das Hamsterrad

Ich lief im Hamsterrad, mit Gehalt, mit Plan, mit Zukunft. Alles war durchgetaktet und alles hatte seinen Platz. Und mitten darin spürte ich, dass da noch so viel mehr auf mich wartet. Ich klappte eines Morgens den Laptop auf und dachte, ich bin nur noch eine Funktion. Kein Mensch mehr, eine Stelle im Organigramm.

Was mich am meisten erstaunt, wenn ich heute darauf zurückblicke, ist die Stille, mit der das geschieht. Niemand schreit, niemand warnt. Die Tage sind gefüllt, die Kalender voll, und irgendwann fragst du dich, wann du eigentlich das letzte Mal etwas getan hast, das dir selbst gehört.

Als mein Körper stoppte

Irgendwann machte mein Körper nicht mehr mit. In dieser Zeit der Erschöpfung begegnete mir ein Pflanzenwesen, das mir Antworten auf meine Lebensfrage gab. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, was es mir zeigte. Heute weiß ich, dass meine bisherige Arbeit eine Arbeit gegen mich selbst war.

Es war kein großer Donner, sondern ein leises Verstehen. Etwas in mir hatte schon lange gewusst, was mein Kopf erst später zuließ. Wer nie anhält, merkt nicht, dass er sich selbst davonläuft. Ich musste erst stehenbleiben, um zu sehen, wohin ich unterwegs war. Und was ich dann sah, war nicht mein Leben, sondern eine Rolle, die ich sehr gut gespielt habe.

Der Wald

Also verließ ich den Konzern und ging in den Wald. Nicht als Flucht, sondern als Rückweg. Seit 2022 führe ich Greenplantern mit einem klaren Anspruch. Die größtmögliche Qualität zu liefern, die auf dem Markt zu finden ist, und altes Pflanzenwissen zu den Menschen zurückzubringen. Naturbelassen, in Handarbeit aufbereitet, mit Respekt vor dem Ursprünglichen.

Angefangen haben wir klein, mit wenigen Schätzen und viel Handarbeit. Aus dieser Zeit ist eine Regel geblieben, die ich seither nicht gebrochen habe. Was wir dir geben, muss vorher unser eigenes Staunen bestanden haben. Wenn ein Schätzchen uns nicht überzeugt, kommt es nicht in den Shop.

Unsere Schätzchen

Aus dieser Zeit stammt auch der Name, mit dem ich unsere Pflanzen nenne. Schätzchen. Das ist kein Wort für den Verkauf, sondern das, was ich empfinde, wenn ich vor einem Pilz stehe, der schon da war, bevor es mich gab. Wir wollen dieses Wissen nicht in Vergessenheit geraten lassen und die Menschen wieder mit dem verbinden, was der Wald hervorbringt.

Denn ein Pilz ist keine Ware. Er ist ein Wesen mit einer Herkunft, mit einer Jahreszeit, mit einem Platz im Wald, an dem er gewachsen ist, lange bevor wir kamen. Je mehr wir davon weitertragen, desto weniger geht verloren.

Was geblieben ist

Geblieben ist die Begeisterung für die Pflanzen, für ihre Geschichten, für das, was in ihnen steckt. Wenn ich heute durch den Wald gehe, sehe ich keine Rohstoffe, sondern Wesen mit einer langen Erinnerung. Und ich habe den Wunsch, diese Begeisterung mit dir zu teilen.

Wenn ich heute mit Menschen spreche, die genau dort stehen, wo ich damals stand, rate ich keinem zur Kündigung. Ich sage ihnen, sie sollen sich Zeit nehmen für die Frage, die sie schon lange mit sich tragen. Meistens wissen sie die Antwort längst.

Mein Weg hat mich vom Konzern in den Wald geführt, und ich würde ihn wieder so gehen. Wer wissen will, was ich dort gefunden habe, muss nur den Kopf senken und ins Moos schauen.

Unsere Schätzchen

Komm mit in den Wald. Entdecke, was wir mitgebracht haben.

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The Soul Shore

Aus dieser Reise ist noch etwas anderes entstanden: zusammen mit Dr. Katrin Schwaiger-Wende begleite ich kleine Auszeiten am Meer. Prävention, Natur und Ruhe.

Lutz Dr. Katrin Schwaiger-Wende
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