Räucherwerk & Blauer Lotus

Blauer Lotus: Eintauchen in ein altes Ritual

Blauer Lotus

Es gibt Blumen, die im Wasser wachsen und dem Licht entgegenstreben, und eine von ihnen hat die Menschen über Jahrtausende nicht mehr losgelassen. Der Blaue Lotus ist eine Seerose, botanisch Nymphaea caerulea. Er öffnet sich mit der Morgensonne und schließt sich am Abend wieder, Tag für Tag, und wer das einmal gesehen hat, begreift, warum Menschen am Nil in ihm ein Zeichen sahen.

Vielleicht liegt es an dieser Bewegung. In der Nacht ist die Blüte geschlossen und ruht wie ein Knoten im Dunkel, und dann kommt der erste Strahl über den Horizont und sie öffnet sich, Blatt für Blatt, als hätte sie nur darauf gewartet. Wenn der Abend kommt, legt sie sich wieder zusammen und ruht. Ein Bild, das bleibt.

Am Nil war er heilig

Die Ägypter nannten ihn die Blume des Sonnengottes Ra, so erzählt es die Überlieferung, weil er sich mit der Morgensonne öffnet und sich am Abend wieder schließt. Auf den Wänden des Tempels von Karnak und in den Gräbern von Theben blüht er bis heute, in den Händen der Pharaonen, als Opfergabe an die Götter. Der Überlieferung nach stieg Ra aus einer Lotosblüte, die in den Urgewässern wuchs, und Nefertem ist der Gott der Lotosblüte. So wurde der Blaue Lotus zum Sinnbild für die Wiedergeburt und für das Licht, das aus der Dunkelheit kommt.

Wer diese Bilder lange genug anschaut, sieht darin mehr als eine Pflanze. Da ist das Wasser, aus dem sie steigt, der Schlamm, in dem ihre Wurzeln ruhen, und darüber der erste Strahl des Tages. Sie kommt aus dem Dunkel und bleibt hell, und genau das machte sie den Menschen am Nil so teuer.

Der tausendblättrige Lotus

Im indischen Denken sind die Energiezentren des Menschen als Lotusblüten gedacht, jede mit ihrer eigenen Zahl an Blütenblättern, und über dem Scheitel, dort wo sich alles öffnet, liegt der tausendblättrige Lotus. Hier ist eine andere Blume gemeint, die Lotosblume Nelumbo nucifera, nicht die blaue Seerose vom Nil. Sie steht für das, was aus dem Schlamm aufsteigt und rein bleibt, für einen Weg, der durch dunkles Wasser führt und dann ans Licht kommt.

In diesem Bild liegt alles beieinander, das Dunkle unten, das Licht oben und der Weg dazwischen, der durch das Wasser geht. Deshalb ist der Lotus in so vielen Geschichten kein Schmuck am Rand, sondern die Mitte, um die sich alles dreht.

Der Sitz der Stille

Die Yogis nehmen den Lotus als Sitz ein. Der Lotussitz ist die Haltung der Stille, eine Haltung, in der sich der Körper sammelt und aufrichtet, aus der Erde heraus und dem Himmel entgegen. Wer so sitzt, sitzt wie die Blume, unten verwurzelt und oben offen, und für eine Weile wird der Atem der einzige Takt im Raum.

Vielleicht liegt darin der ganze Gedanke, den diese Pflanze seit Jahrtausenden weitergibt, das Aufsteigen aus dem Trüben und die Ruhe über dem Wasser.

Unser Blauer Lotus

Unser Blauer Lotus ist ein Räucherwerk für die stillen Stunden. In unserer Bildsprache ist der Blaue Lotus die Schwester, eine, die ruhig neben dir steht, während der Tag sich setzt. Du gibst ein wenig Glut in die Schale, legst den Lotus darauf und lässt den Rauch durch den Raum ziehen. Der Duft ist zart und ein wenig süß, und er begleitet dich, während du liest oder einfach aus dem Fenster schaust.

Mach daraus ein kleines Ritual am Abend, eine Kerze, ein offenes Fenster, ein paar ruhige Minuten. Der Rauch steigt dünn auf und legt sich über das Zimmer, und für ein paar Minuten darf alles liegen bleiben, wo es liegt. Wenn du magst, beginne an einem Abend, an dem du nicht viel vorhast. Ein paar Minuten genügen.

Zum Schluss bleibt ein leiser Satz, den wir bei jedem Schätzchen dazusagen. Unsere Schätzchen sind kein Arzneimittel und ersetzen keine medizinische Beratung.

Blauer Lotus Räucherwerk

Blauer Lotus (Nymphaea caerulea)

Ein Räucherwerk für stille Abende und Momente des Eintauchens.

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